Astrologie – Analogien in der Welt

Astrology – The World in Analogies

Buch-Revision: "Praxisbuch Horoskopaufstellung", Holger Faß

| Keine Kommentare

Ah, eine Re-Vision eines Buches… na, das soll wohl bei rückläufig funktionieren…

Es ist ja schließlich eine Wiedergabe dessen, was mir zu Holger Fass’s Buch (ich schreibe hier den Genitiv gerne so falsch… einfach der drei sss wegen…) über Astrologische Aufstellungen einfällt… Also, gebe ich mal wieder, wie es mir so ins Hirn ging, was er da so schrieb…

Oh, und bevor ich es vergesse, ich fühle mich nicht so, als hätte ich jetzt was ultra-Greifbares zu sagen… ich komme aber gerne der Bitte von Holger nach, etwas über sein Buch zu schreiben, dafür ist das Lektorats-Exemplar ja auch umsonst. Sehr klug und gut diese Methode! Ich lern so gern! Und gerne auch von Holgers Methoden der Werbung und des Praxis-Aufbaus…
Ich habe auch sehr von seinem Pfüfungsvorbereitungskurs für die -Prüfung profitiert, er war in der Prüfung einer meiner Prüfer und, na klar, wir duzen uns kollegial.
Ich habe noch keine seiner Astro-Aufstellungen selber miterlebt.

Soviel zu den Voraussetzungen…

Also, wenn ich es auf einen Satz bringen müßte, was ich grad so denke, dann würde ich sagen: „Er empfiehlt sich mit diesem Buch“. Das tut er wirklich.
Und das ist zum großen Teil sehr gut, mit wenigen Wermuts-Tropfen.

Nach der Lektüre des Buches habe ich noch weniger Zweifel als vorher, daß Holger ein guter Therapeut ist, der sein Handwerk erstens versteht und zweitens auch auszudrücken weiß. Er ist seriös. Das macht dieses Buch in meinen Augen zu einem Fachbuch, einem guten Fachbuch. Einem (gähn) Fachbuch. 
Ich habe lange für das gute Buch gebraucht.
Und das ist auch gut so, denke ich… tief, denke ich…

Für mich ist es so, daß systemische Arbeit DIE Psycho-Methode in meinem Leben war, die die greifbarsten und schnellsten und tiefgreifendsten Besserungen nach sich zog.
Astrologie ist, womit ich mich täglich beschäftige, was mich inspiriert und fasziniert.

Eine Zusammenfassung von beiden Dingen müßte mich doch eigentlich … tiefgreifend fass-zinieren… aber im Moment hakts da ein bisschen… ich war beim Anfang des Buches motivierter als jetzt.

Einerseits habe ich ausser den zwei großartigen Familienstellern, die mich persönlich sehr weit gebracht haben (1997 Hunter Beaumont  und ab ca 2001 Lucius Woytt)  auch bei ein paar anderen Aufstellungen sehen dürfen, wie wichtig die Kompetenz des Therapeuten ist. Es macht sich nicht von selbst… und die Schwelle zwischen einer brillanten Idee des Therapeuten für eine Intervention hin zum Übergriff, der für den „Klienten“ so richtig nach Hinten losgeht kann fließend und folgenreich sein.

Aus dem, was Holger Faß schreibt, wird mir deutlich, daß ich ihm das kompetente Führen einer Aufstellung zutraue. Er empfiehlt sich! 

Ich kann diese Zusammenfassung all der Tugenden, die ein Aufstellungsleiter mitbringen soll am Anfang des Buches sehr gut nachvollziehen und empfehlen! Ich finde auch auf jeder Seite gute Hinweise im allgemein psyhologischen und beraterischem wie auch astrologischen Bereich… 

Aber es durchzieht das Buch in meinen Augen so eine Art „do it yourself“-Stil und … hm… einerseits wird zum Spielen aufgerufen und andererseits gibt es da so viele so gut dargestellte „du solltest aber…“-Punkte… daß ich ein bisschen schwankend zurückgelassen werde… 

Ein Beispiel dafür ist ein Satz aus dem Kapitel „Kritische Momente“ im letzten Drittel des Buches auf Seite 130:


„Wer sich mit grundlegenden Krankheitsbildern in der Psychopathologie auskennt (und das sollten Sie, wenn Sie Horoskopaufstellungen leiten!), wird unschwer die Symptome einer depressiven Erkrankung wiedererkennen.“
Für meinen Geschmack hätte der Inhalt dieser lakonisch eingeführten Klammer ganz nach vorn ins Buch gehört. Es gibt zwar unter dem Kapitel „Radix stellen“ am Anfang eine Auflistung von „Tugenden“, die man als Aufsteller beherzigen sollte, aber meiner Meinung nach würde sich ganz am Anfang ein Kapitel anbieten, in dem all das zusammengefasst wird, was im Buch immer wieder an verschiedenen Stellen vorkommt und „Anforderungen an den Aufstellungsleiter“ genannt werden könnte.

Holger Faß beschreibt sehr schön und ausführlich, was es zum Beispiel für Fallstricke beim Bilden und Mitteilen von Hypothesen gibt, die die Grundlage von Interventionen während der Aufstellung sein können. Der Unterschied von offenen und geschlossenen Fragen wird gut erörtert. Und es wird auch, sehr richtig, darauf hingewiesen, daß man das üben sollte.

Mein Hinweis wäre sehr deutlich, daß man das üben sollte, und zwar unter Anleitung! Gerade die sprachlichen Möglichkeiten, übergriffig und nicht lösungsorientiert zu formulieren, die mir gerade auch im Umgang mit Astrologen begegnen, lassen mich schaudern vor den Aufstellungen, die da „so mal ausprobiert“ werden…  

Also, ich finde in dem Buch unglaublich viel wertvolles Material. Mir fehlt aber der deutliche Hinweis im Buch: üben Sie das „Aufsteller-Sein“ am Besten mit therapeutisch geschulten Menschen und erst, wenn Sie meinen, daß Sie alle die beschriebenen „Tiefen“ ausloten können und einigermaßen zu handhaben wissen. Am besten lernen Sie, wenn Sie einem Aufsteller bei der Arbeit zuschauen!
Er empfiehlt sich …
Bei mir kam nämlich nach dem Lesen des Buches der Satz „das müßte ich mal in Realität sehen“… Ja, das Buch ist eine Empfehlung für Holgers Aufstellungen, denke ich.
Und das könnte deutlicher gesagt werden.

Auf der ersten Seite „Vorwort“ weist Holger Faß gleich als erstes darauf hin, daß ein Buch zu lesen nicht reicht… er schreibt: „In diesem Sinne ist es wahrlich ein Praxisbuch, mit dem ich Sie zum Ausprobieren, Experimentieren, Spüren, Nachwirken lassen, Ergründen und Üben motivieren will.“
Auch in späteren Sätzen wird noch auf Selbsterkundung und Selbstexploration hingewiesen… in meiner Sicht fehlt an dieser Stelle der deutliche Hinweis, daß gerade wenn man mit anderen Leuten experimentieren möchte, ein wenig therapeutische Erfahrung absolut notwendig erscheint! (siehe die lakonische Klammer mit der Psychopathologie auf Seite 130)

Also, das Buch ist ein echtes Juwel in dem Sinne, daß es sehr viele therapeutische Wichtigkeiten zusammenfasst, sehr viele astrologische Anregungen gibt, wie man Konstellationen „in die Tat“ umsetzen kann (z.B. „Zyklen-Stellen“) und wird sicherlich auch ein Nachschlagewerk für mich mit ein paar wertvollen Listen (z.B. Möglichkeiten von Fragestellungen).

Ich habe aber auch den Eindruck, daß meine Leselust gehemmt wurde, weil nicht gleich am Anfang wichtige Voraussetzungen genannt wurden, die sich dann erst beim Lesen erschließen… 
(„Voraussetzungen für Aufsteller“)
Ich vermute, daß das Buch für Leute, die mit irgendeiner systemischen Arbeit und/oder Therapie und Astrologie schon Erfahrung haben gute Dienste tut, aber denjenigen Laien, der sich von dem auffordend motivierenden Klang des fett geschriebenen „Machen Sie mit!“ im Vorwort angespornt sieht, am Ende des Buches etwas ratlos zurückläßt… der Laie wird bei der Vielzahl der beschriebenen tiefen Themen vielleicht das Bedürfnis verspüren, mal eine Aufstellung mit Holger Fass zu erleben…

Er empfiehlt sich und seine Arbeit mit diesem Buch.
Und die Arbeit, die er da entwickelt hat, scheint mir mehr zu sein als etwas, das dann einfach in „do it yourself“ umgesetzt werden könnte.
Nach meinem Geschmack sollte das gleich vorne stehen und nicht erst auf Seite 130 deutlich ausgesprochen werden.

Ein gutes Fachbuch, kein Laien-Leitfaden, nach meiner Meinung.

Hm…und so richtig hab ich den „Kick“ noch nicht rausgelesen, wie man aus dem starren System der Astrologischen Symbole dann zu einer „lebendigen“ Aufstellung kommt… hm… da muß ich doch mal eine Aufstellung buchen, denke ich…erleben geht über erlesen… vielleicht bei Holger?!? 

(sorry, ab der Hälfte hat das Ding hier keine Formatierungs-Anweisungen mehr angenommen… sonst wäre die zweite Hälfte des Artikels auch farbiger und fett und so…)
Share

Verwandte Artikel